Gipfelmelone

Sinnfrei Bergpanorama genießen

Drei Zinnen – Sextner Dolomiten

21. September 2018 von Kilian

Es war einmal eine kleine Melone, die Urlaub machen wollte. Sie hatte einmal gehört, dass Melonen im Süden wachsen. Deswegen war es für sie klar, dort wollte sie auch hin. Aber die Melone war noch klein und traute sich noch keine langen Reisen zu. Und außerdem, sie liebte ja die Berge so. Wenn es also einen schönen Urlaubsplatz im nahen Süden in oder bei den Bergen gäbe, das wäre ihr Traumziel.

Zum Glück begab es sich zur selben Zeit, dass auch zwei junge Menschen in den Urlaub wollten. Sie hatten sich die Dolomiten als Ziel herausgesucht, genauer gesagt, eine kleine Ferienwohnung im beschaulichen Cortina d'Ampezzo.

Als die Melone davon hörte, gab sie keine Ruhe. Ununterbrochen bettelte sie die beiden Menschen an. „Nehmt mich mit! Nehmt mich mit!“ Irgenwann konnten die es nicht mehr hören und gaben nach. Die Melone freute sich – ein Urlaub in den Dolomiten.

Dort angekommen hatten die drei viel zu sehen: Berge, einsame Täler, Klettersteige, aber auch Überbleibsel aus einem Krieg, der vor fast 100 Jahren zu Ende ging. Eine Sache musst die Melone auf jeden Fall sehen: Von jeher war ihr aus alten Erzählungen die Legende um die „Drei Spitzen Felsen“ (Drei Zinnen) bekannt. Und die sollten hier in der Nähe stehen. Nach eingehendem Studium von alten geheimnisvollen Karten war klar, wo man hinmusste. Bei besagtem Wahrzeichen war es trotz der bereits begeonnenen Nebensaison ziemlich voll. Offenbar hatten noch mehr Leute von den alten Legenden gehört. Um die Sache etwas interessanter zu gestalten (und um die 30 Euro Maut zu sparen, was für eine Frechheit!) nahmen die zwei menschlichen Begleiter der Melone ihr Mountainbike und radelten damit den steilen Weg zu den „Drei Spitzen Felsen“ hinauf.

Und hier endet die Geschichte abrupt: Die zwei Menschen verspeisten nun einfach, ohne Vorwarnung, die arme Melone an einem Stück. Man sagt sogar, es habe ihnen auch noch so gut geschmeckt, dass sie alle Strapazen der Fahrradtour sofort vergessen haben. Tja, Märchen gehen nicht immer gut aus. Zumindest nicht hier. Oder zumindest nicht für die Melone ;-)

Balmhorn – Berner Alpen

30. Juni 2018 von Kilian

„Es ist mal wieder Zeit für eine Melonentour.“ Das dachten wir uns neulich und haben uns zu dritt übers Wochenende auf den Weg gemacht. Ziel sollte das Balmhorn werden, von wo man sowohl eine tolle Aussicht auf die Berner wie auch die Walliser Berge haben soll. So viel schon mal: Wir wurden nicht enttäuscht!

Vom Berghotel Schwarenbach aus machten wir uns früh morgens auf den Weg über den Schwarzgletscher. Es sah von unten gar nicht so aus, aber gefühlt wurde der Weg immer steiler. Egal. Oben wurden wir zunächst mit einem spitzenmäßigen Panorama ins Wallis und bis zum Mont Blanc belohnt. Doch wir waren noch längst nicht am Ende der Tour. Über einen langen Grat ging es zum Gipfel, wo die Melone natürlich darauf wartete, endlich von uns verzehrt zu werden. Mmmhhh! Erfrischend!

Ursprünglich hatten wir angedacht, vielleicht eine Übersteigung zum Altels zu machen und von dort abzusteigen. Davon haben wir allerdings schnell Abstand genommen, zu gefährlich sah das Stück dann aus.

Zum „Entspannen“ sind wir tags darauf noch auf die Rote Totz, von wo wir Balmhorn und Wallis überblicken konnten, aber auch den alten Pass zwischen Berner Oberland und Wallis: die Gemmi. Kaum zu glauben, dass hier mal ein Plan für eine Autobahnüberquerung bestanden hat.

Für den Rückweg zum Auto in Kandersteg habe ich noch eine Lektion gelernt: Sich nie sagen lassen, dass eine Flasche Wasser für den Tag doch locker reicht ;-)

Tafelberg – Südafrika

11. März 2018 von Ulli

Der Tafelberg wurde bereits 2013 in die Gruppe der Gipfelmelonenberge aufgenommen. Wenn man genau schaut, war es damals allerdings eine Papaya aus der Gruppe der Melonengewächse, die den Gipfel erreichte. Da packte uns doch der Ehrgeiz, eine klassische Melone auf den Berg zu begleiten.

Im März 2018 war es dann soweit. Zur Vorbereitung des Unternehmens erfolgte eine Aufwärmphase in Form einer 8-tägigen Radtour entlang der „Garden Route“ und dem „Kap der Guten Hoffnung“. So vorbereitet stand unserem Bergabenteuer nichts mehr im Wege. Und eine echte Melone konnten wir tatsächlich auch auftreiben.

Die Route war die gleiche, wie Malte sie 2013 gegangen ist: Durch den Botanischen Garten und den Wald, eine Felsrinne zum Plateau auf dem Tafelberg, ein traumhaft schöner Weg. Wir haben oben versucht, die höchste Stelle zu finden um die Melone dort der Welt zu präsentieren (oder der Melone die Welt zu präsentieren?). Verspeist haben wir sie jedoch am Rand des Plateaus mit einem wunderbaren Blick auf Kapstadt und das Meer. Zunächst haben wir erstaunte Blicke unsere Mitwanderer bekommen, aber dann haben sich alle mit großem Vergnügen an dem Genuss beteiligt.

Khumbu – Himalaya

23. Oktober 2016 von Kilian

Nachdem ich letztes Jahr die Annapurna-Region in Nepal besucht habe und dort schon schwer begeistert war, hat es Max nicht viel Mühe bereitet, mich zu einem weiteren Trekking in Nepal zu überzeugen. Ziel war das Everest-Gebiet, die Heimat der Sherpa. Neben dem höchsten Berg der Welt kann man dort, sofern das Wetter mitspielt, noch drei weitere 8000er (Cho Oyu, Lothse, Makalu) und das Matterhorn Nepals, die Ama Dablam, aus nächste Nähe sehen. Angefangen beim wohl bekannesten Kleinstflughafen der Welt, in Lukla, trugen wir unsere Rucksäcke die Täler hinauf und akklimatisierten uns langsam, denn immerhin sollten wir rund 10 Tage über 4000 Meter, ein Tag sogar über 5000 Meter übernachten. Das Everest-Gebiet, die Khumbu-Region, kann in mehrere Täler aufgeteilt werden und das Tal, das zum Fuße des Everest führt, ist natürlich das vollste. Die Seitentäler bieten aber landschaftlich mindestens ebenso viel zu entdecken, wie wir im Vorfeld u.a. im hervorragenden englischsprachigen Trekkingführer „Trekking in the Everest Region“ lesen konnten (die deutschsprachige Konkurrenz kann man vergessen). So gingen wir zunächst ins Gokyo-Valley, immer dem Cho Oyu entgegen, überquerten den Pass „Cho La“ ins Everst-Tal, stiegen zweimal auf den Kala Patthar (einmal um den Everest zu sehen und weil wir so viel Zeit hatten, ein zweites Mal am Nachmittag, weil wir den Sonnenuntergang am Everest sehen wollten und wir so immer noch so viel Zeit hatten). In unserem Führer hieß es, „a lung-bursting 45 minutes is about the minimum“ für den Aufstieg. Challenge accepted! Und auch irgendwie geschafft. Gleiches Spiel übrigens am Aussichtsberg Gokyo Ri: „A stiff one-and-a-quarter to three-hour climb“. Ja, die untere Grenze ist tatsächlich gerade so machbar. Dank der Rennerei am Berg hatten wir natürlich ausreichend Möglichkeiten für Pausen und Fotoshootings mit Gipfelmelone. Ok, nicht wirklich mit echter Melone, sondern mit einer Pappversion. Aber auch damit kann man sich bei bestem Wetter und Panoramablick im Himalaya bestens erfreuen. Bevor es vom (saisonbedingt leerstehenden) Everest-Base-Camp wieder ganz bergab ging, nahmen wir noch den Pass „Kongma La“, um ein weiteres Seitental zu erkunden und um Lothse, Makalu, Island Peak, Baruntse, Ama Dablam und wie sie alle heißen, noch von näher zu bestaunen. Insgesamt ein geniales Gipfelmelone-Erlebnis!

L’Evêque – Walliser Alpen

17. August 2016 von Kilian

Ja, es ging mal wieder ins Wallis. Diesmal wollten wir auf den L’Evêque, zu deutsch: "der Bischof" (Vemutlich, weil seine markante Form an eine Bischofsmütze erinnert). Im Sechserteam sind wir von Arolla auf die Cabane des Vignettes aufgestiegen, von wo wir, typisch SAC-Hütten eben, mit gut gefülltem Bauch früh morgens mit doch recht vielen anderen Seilschaften in Richtung Gipfel aufbrachen. Besonders interessant ist das letzte Stück, denn man muss über einige Felsbrocken kraxeln, um nach ganz oben zu gelangen. Das lohnt sich aber, besonders wenn man eine Melone dabei hat! Ok, das Panorama kann auch ein Grund sein.

Zugspitze – Wettersteingebirge

7. August 2016 von Kilian

Wieder einmal die Zugspitze, zum dritten Mal mit Melone. Der Aufstieg und der wohlverdiente Gipfelgenuss ist nun schon längst zur Routine geworden, lohnt sich aber trotzdem immer noch ganz klar.

In diesem Jahr waren wir mehr als sonst: Die ganze Familie (und nicht nur die) war dabei. Das führte auch dazu, dass wir sehr unterschiedliche Anreisen und Aufstiege hatten. So übernachtete etwa ein Teil der Gruppe in der Höllentalangerhütte, andere kamen am Morgen von direkt vom Parkplatz in Hammersbach. Von der Hütte aus konnten wir dann den Aufstieg gemeinsam fortsetzen um uns dann ein paar Stunden später auf der immer noch im Umbau befindlichen Plattform unter die Seilbahntouristen zu mischen. Zur Stärkung gabs oben einen Geburtstagskuchen und wieder im Tal eine Geburtstagsmelone.

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